11. -18.09. 2026 Venedig

Gesine besucht am 15. und 16. September die adriatischen Häfen Venedig, Triest,Koper und Rijeka. Wir haben deshalb in der Nähe des Markusplatzes in Venedig für eine Woche eine Ferienwohnung gebucht.

Eigentlich wollte ich diesmal von einer problemlosen Anreise mit Swiss von Hannover über Zürich nach Venedig berichten. Doch es kam anders. Bis Zürich alles gut; in Zürich beim Abflug nur eine Verspätung von 30 Minuten; …

… bei bestem Wetter über die Alpen, …

… aber dann …; wir fliegen im Kreis vor Venedig. Nach einer Viertelstunde meldet sich das Cockpit. Der Flughafen ist gesperrt. Seemöwen blockieren die Landebahn!
Nach einer weiteren Schleife sieht man auf dem Kartenbildschirm, dass der Flieger nach Westen dreht – Kurs Mailand-Malpensa.

Der Pilot begründet dies damit, dass der Flughafen Venedig in kurzen Abständen öffnet und schließt und man eine stabile Lage in Mailand abwarten will.
Wir warten also im Flieger, während das Flugzeug betankt wird und das Cockpit an einer Problemlösung mit der Zentrale in Zürich arbeitet.
Eine knappe Stunde stehen wir in Mailand, dann kann doch wieder Richtung Venedig gestartet werden. Oh Wunder, die Landebahn wird zwischenzeitlich nicht „besetzt“ und so landen wir nach 30 Minuten Flug mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Mailand. Nach der Kofferannahme ist es mittlerweile kurz vor 22.00 Uhr und somit fahren die Boote der gebuchte Linie Alilaguna nur noch alle 30 Minuten. Nächste Abfahrt für uns auf der orangenen Linie Richtung Rialto-Brücke ist 22.35 Uhr.
Die Vermieterin unserer Ferienwohnung ist von Gesine in den letzten Stunden immer wieder über den Stand der Anreise informiert worden und hat zugesichert, uns auch zu später Stunde am Anleger zu erwarten.
Nach einer knappen Stunde erreichen wir die Rialto-Brücke, …

… steigen aus – und von Eleonora keine Spur!
Also wieder telefonieren – wir waren entgegen dem Fahrplan zu früh. Nach fünf Minuten biegt E. um die Ecke und führt uns in 10 Minuten zur Wohnung. Dort gegen Mitternacht eine Einführung in die Gegebenheiten der Wohnung und Schlüsselübergabe. Um 0.35 Uhr sind wir alleine und können endlich ankommen und uns mit den Räumlichkeiten vertraut machen – inklusive der nächtlichen Dachterrasse.

Um 2.00 Uhr: Licht aus.

Samstag, 12.9.
Nach dem Aufstehen sehen wir uns bei Tageslicht nochmal in der Wohnung um, …

… inklusive der kleinen Dachterrasse.

Zum Einkaufen war gestern Abend keine Gelegenheit mehr: Im Internet suche ich nach einer Bar in der Nähe, wo man frühstücken kann und werde fündig – keine 3 Minuten entfernt – mit dem Caffe Brasilia.

Um 11.00 brechen wir zu unserem ersten Programmpunkt auf. Über den Markusplatz …

… geht es am gr0ßen Schiffsanleger an ebendiesem auf ein Schiff, das nur Samstags in der Lagune die drei Inseln Murano, Burano und Torcello anfährt.

Erste Insel ist Murano, die Glasbläserinsel. Wir bekommen auch gleich bei der Anlegestelle in einem Schauraum eine Vorführung in dieses Handwerks – mit vielen Anderen.

Ein ganz in sich ruhender Glasbläser …

… zeigt das über 1000 Grad heiße Glas.

Durch blasen …

und ziehen mit Zangen entstehen filigrane Kunstwerke.

Murano wirkt wie ein Venedig in klein.

Zweiter Anlauf ist Torcello. Ein kleiner Kanal …

… führt zum ältesten bewohnten Teil der Lagune. Wo schon die Etrusker ab dem 4. Jahrhundert vor Christus siedelten wurde um 700 n.C. ein Kloster errichtet.

Kurze Überfahrt zur dritten Insel: Burano. Malerisch die bunten, ehemaligen Fischerhäuser.

Zurück zum Markusplatz …

… mit seinem venezianischen Löwen.

Der nächste Programmpunkt findet genau dort statt: die Auffahrt auf den Campanile. Von dort geht unser Blick über die Lagune …

… den Dogenpalast …

… und die Kuppeln des Doms.

Außerdem wissen wir jetzt, wo die Glocken hängen.

Den Tag beschließen wir mit einem Abendessen im vorab reservierten“Bistro le Venice“ (Empfehlung im Michelin, aber ohne Stern).

Das Degustationsmenü war in all seinen Einzelkomponeten geschmacklich gut – hier die Linguine mit einer scharfen Tomaten-Shrimps-Sauce – …

… in der Gesamtheit aber enttäuschend, da ohne Spannung – auch farblich – durch die häufige Wiederholung einzelner Produkte. Ab dem 3.Gang wurde es langweilig.

Sonntag, 13.9.

Heute auf dem Programm – bei wieder strahlendem Sonnenschein und angenehmen 24° – der Dogenpalast und das Opernhaus La Fenice.
Mit einem Skip-the-line-Ticket gelangen wir ohne Wartezeit in das ehemalige Machtzentrum der Seerepublik. Vom Innenhof haben wir einen schönen Blick auf die Rückseite des Markusdoms.

Prunkvolle Treppenaufgänge, mit Blattgold verziert, …

… leiten uns in die, die Macht und den Reichtum der Dogen und der Republik, ausdrückenden Staatsgemächer.

Jeder der vielen Räume ist mit zahlreichen Ölgemälden geschmückt; meistens von Tintoretto oder seiner Schule. So auch im größten Versammlungsraum (Platz für 1500 Ratsherren) das größte Ölgemälde der Welt mit 154 Quadratmetern an der Stirnwand.

Auch beeindruckend das Gemälde zur Seeschlacht bei Lepanto (7. Oktober 1571), in der eine Flotte der Heiligen Liga unter venezianischer Führung dem expandierendem osmanischen Reich eine vernichtende Niederlage beibrachte.

Und immer wieder der venezianische Löwe.

Zur Aufgabe der Dogen gehörte auch die Gerichtsbarkeit. Verurteilte wurden im direkt neben dem Palast errichteten Gefängnis untergebracht.

In dieses Gemäuer gelangten sie über die Seufzerbrücke. Für einige der letzte Blick auf die Lagune.

Auf dem Weg zum Opernhaus entschließen wir uns kurzentschlossen, ob des schönen Wetters, zu einer Gondelfahrt, eigentlich ja auch ein „Muss“ in Venedig.

Durch schmale Kanäle geht es ganz ruhig …

… bis zur Rialto-Brücke und dem hektischen Canale Grande.

Wieder zurück, ist es nur noch ein kurzes Stück bis wir La Fenice erreichen. 1996 fast vollständig abgebrannt (Brandstiftung durch Mitarbeiter einer Baufirma, die nicht termingerecht fertig wurde) wurde das Opernhaus bis 2003 originalgetreu wieder aufgebaut. Berühmt wurde das Haus durch etliche Uraufführungen von Verdi und Bellini …

… und als häufige Spielstätte der großen Maria Callas, die hier ausführlich gewürdigt wird.

Den Tag beschließen wir mit einem Essen in einem wiederum empfohlenen Lokal, dem Ai Gondoliere.
Das Lokal hat sich schon vor 40 Jahre die Nachhaltigkeit unter Verwendung lokaler Produkte auf die Fahnen geschrieben.

Hier die von Gesine im Gasthaus Lege so geliebten, gefüllten Zucchini-Blüten mal anders.

Im Gegensatz zu gestern stimmte hier die Zusammenstellung des Menüs und der Preis.
Auf dem Rückweg zur Wohnung gönnen wir uns noch einen Absacker – Whisky Collins – in einem Lokal an der Akademie-Brücke (eine der wenigen Brücken über den Canale Grande) …

… mit einer beeindruckenden Lichtinstallation.

Montag, 14.9.

Über die Akademie-Brücke …

… queren wir den Canale Grande.

Vorbei an der Lokalität des gestrigen Abends …

… erreichen wir das Ziel des Vormittags: Die Peggy Guggenheim Collection.

In der Sammlung die üblichen Verdächtigen der Moderne: Picasso, …

… Mondrian …

und Giacometti.

Den Reiz des Hauses macht aber der mit Skulpturen (u.a. von Henry Moore) bestückte Innenhof …

… und die Terrasse am Canale Grande aus.

Den Rest des Tages verarbeiten wir die Eindrücke der letzten Tage in der Ferienwohnung – ich am Blog und Gesine auch mit Vorbereitung für Ihre Hafentour. Da diese am Abend mit einer Essenseinladung im Hotel Monaco am Eingang zum Canale Grande beginnt …

… esse ich vorab in Begleitung von Gesine „typisch italienisch“ an einem Platz um die Ecke der Wohnung – nämlich Pasta Vongole und Pizza Salami. Aber vorweg eine venezianische Spezialität: Sarde in Saor.

Dienstag, 15.9.

Frühes Aufstehen ist angesagt. Um 8.15 Uhr wird Gesine am Anleger San Angelo von einem Wassertaxi zu ihren Gesprächen im Hafen von Venedig – dem ersten Stop der Hafenbesuche – abgeholt.
Ich löse ein 72-Stunden-Ticket für die Vaporettos, dem öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig.

Los geht es mit einer kurzen Fahrt zur Rialto-Brücke. Diese überquere ich …

… um zum Rialto-Markt im Stadtteil San Polo zu gelangen – bekannt für seine große Auswahl an frischem Fisch.

Ich durchstreife den Stadtteil Dorsoduro – wie üblich auf verschlungenen Wegen und sich plötzlich öffnenden großen Plätzen, …

… um schließlich am Canale della Guidecca zu landen. Mit dem Vaporetto quere ich diesen und lande im Viertel Guidecca.

Zurück zum Markusplatz.

Von dort mit der Linie 1 über den Canale Grande zurück zur Wohnung und Mittagspause.
Am Nachmittag versuche ich ohne Google Maps den nördlichen Wasserrand unseres Viertels zu erreichen. Dies gelingt erst auf Umwegen, denn ich lande erst weitab vom Ziel auf dem Markusplatz, also fast in entgegengesetzter Richtung. Am Ziel bietet sich ein Blick auf die Freidhofsinsel San Michele.

Fisch war im Tagesverlauf immer mal wieder Thema, so auch beim Abendessen in einem Lokal keine 3 Minuten von der Wohnung entfernt. Als zweiten Gang gab es Ravioli mit Schwertfischfüllung mit einer pikanten Zwiebel-Tomaten-Sauce und gebratenen Mandeln.

Mittwoch, 16.9.

Gestern war mir auf der Insel Guidecca am Anleger des Vaporettos ein Fischrestaurant aufgefallen.

Ich fahre deshalb ausnahmsweise mal zum Mittagessen hin. Neben einem netten Vorspeisenteller verschiedener Fischgerichte gibt es als Hauptgang einen gegrillten Wolfsbarsch.

Die Bewertung in der Küchenschlacht würde die heftigen Röstaromen Und den Garpunkt monieren. Ich auch!
Am Nachmittag nochmal zu Fuß in den Norden unseres Viertels. Neben dem größten Krankenhaus Venedigs liegt der beschauliche Platz Campo San Zanipolo mit der Kirche Santi Giovanni und Paolo, u.a. Grablege für 27 Dogen. Den Eintrittspreis habe ich gespart …

… und mir stattdessen einen Aperol Spritz gegönnt. Als Zugabe des Lokals eine Bruschetta.
Zurück zum Markusplatz und nach Umstieg dort bis zur Rialtobrücke mit dem Vaporetto. Allerdings im Feierabendverkehr und daher sind die Boote heftig voll.
Nun warte ich auf Gesines Rückkehr von ihrer „Hafenrundfahrt“.
Um 22.00 Uhr landet Gesine mit dem Transfer vom Flughafen kommend am Anleger Rialto. In der Wohnung noch Käse und Wein auf der Dachterrasse.

Donnerstag, 17.9.

Heute regnet es – so heftig, dass wir im Caffe nicht unter der Markise sitzen können. Der Weg zum Treffpunkt für den Besuch des Markusdoms ist ebenfalls nass.
Im Dom bekommen wir eine Führung, die sich offensichtlich an Atheisten richtet, denn es werden die Grundlagen des Christentums erklärt. Also Stöpsel aus dem Ohr – wir betrachten das prächtige Innere des Doms ohne Kommentar.

Im Laufe des Tages bessert sich das Wetter, sodass wir im Vaporetto draußen sitzend zu unserem nächsten und letzten Programmpunkt fahren.

Valerio …

… nimmt uns mit auf die Spuren von Donna Leons Commissario Brunetti und die Verfilmungen für die ARD.
Wir sehen die vermeintliche Haustür, …

… den Zeitungskiosk …

… und das Original der Frühstücksbar, …

… sowie diverse Drehorte.

Freitag, 18.9

Bis 11.00 Uhr dürfen wir in der Wohnung bleiben, dann mit dem Gepäck zum Anleger an der Rialto-Brücke und von dort mit einem Schnellboot in 45 Minuten zum Flughafen.
Offensichtlich gibt es im Moment bei jedem unserer Flüge Stress. Der Abflug verschiebt sich um über eine Stunde und somit schrumpft unsere Umsteigezeit in Zürich immer weiter zusammen.
Endlich in der Luft ein Abschiedsblick auf die Lagune und Venedig.

In Zürich werden wir natürlich auf einer Außenposition geparkt. Nur weil wir Business fliegen kommen wir als erstes aus dem Flieger und werden sofort mit einem Kleinbus zum Terminal gefahren. Nach einem Sprint erreichen wir das Gate als Letzte, bevor es schließt.
Fast pünktlich landen wir in Hannover und sehen dort unsere Befürchtung bestätigt. Gesine erhält eine Mail: unser Koffer hat den Umstieg in Zürich nicht geschafft und soll am nächsten Tag eintreffen.
Mit dem Gepäckdienst vereinbaren wir, dass wir ihn selbst abholen, da wir wegen Emilias Geburtstag nicht in der Wennigser Mark sind.

Samstag, 19.9.

Nach einigem Hin und Her löse ich den Koffer am Nachmittag aus.

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