Die schon im letzten Jahr geplante und gebuchte Reise in die Südsee beginnt am 22.11.
Mit 99,99 % werden wir im Gegensatz zu den anderen großen Touren in diesem Jahr keinerlei Gletschereis sehen.
Wir starten um 10.15 Uhr am Samstag, laden Sybille in Heersum zu und sind gerade rechtzeitig zu Cornelias Geburtstagskaffee (auch schon der 60te) in Stammheim.
Sonntag, 23.11.
Nach der Übernachtung im Hotel am Torturm in Volkach geht es weiter zum Flughafen nach Frankfurt. Sybille begleitet uns und fährt vom Flughafen mit dem BMW zurück nach Heersum, um ihn dort außerhalb des Carports bis zum 23.12. abzustellen (Wegen einer fehlerhaften Starteranlage hat BMW eine sechsstellige Anzahl von Fahrzeugen zurückrufen müssen – unser Wagen ist auch betroffen. Es besteht die Gefahr eines Kurzschlusses mit Fahrzeugbrand. Ersatzteile sind z.Z. nicht vorhanden und die Fahrzeuge dürfen nicht in geschlossenen Räumen oder Carports untergestellt werden).
Wenig Betrieb am Flughafen, daher alles zügig zu Erledigen und nur geringe Verspätung beim Abflug Richtung Tokio – unser Zwischenstopp auf dem Weg nach Tahiti.

Montag, 24.11.
Nach mehr als 10 Stunden Flug und 8 Stunden Zeitverschiebung auf dem Oberdeck einer 747 …

… – mit wenig Schlaf – landen wir am Montag, den 24.11., um 10.45 Uhr Ortszeit in Tokio Hanada. Immerhin können wir im Landeanflug den Fuji bewundern.

Mit allem Gepäck – denn Morgen fliegen wir von Tokio Narita am Abend weiter – in einem Taxi in die Innenstadt zum Tokio Station Hotel. Hier relaxen vorgesehen. Da unser Zimmer noch nicht bezugsfertig ist, trinken wir erst mal stilvoll einen Tee.

Gesine ist ganz begeistert von den Hightech-WCs (beim Öffnen der WC-Tür auf dem Zimmer hebt sich automatisch der Klodeckel).

Am Abend zum frühen Essen nach draußen mit Blick auf Bahnhof und Hotel.

Zum Abschluss noch einen Sake als Absacker an der Hotelbar.
Dienstag, 25.11.
Mit Unterbrechungen und längeren Wachphasen schaffen wir es bis 6.00 Uhr Ortszeit zu schlafen. Ein ausgiebiges Frühstück (Büfetts für jeden Frühstücksstil) ist mit gebucht.

Die Zeit bis zum Check-out wollten wir eigentlich nutzen, um die in der Nähe befindlichen Kaiserlichen Gärten zu besuchen. Diese sind heute aber wegen eines Feiertags geschlossen.

Also zurück ins Hotel und lieber nochmal eine Stunde schlafen. Check-out um 11.00 Uhr und da es regnet auch kein Hop-on-Hop-off, sondern nochmal Teestunde.

Um 15.00 Uhr mit dem Taxi in einer knappen Stunde zum außerhalb liegenden Flughafen Narita. Dort müssen wir noch warten bis Tahiti Nui die Schalter zum Einchecken öffnet. Mit einem Dreamliner …


… fast pünktlich um 20.00 Uhr los. 10 Stunden später, nach einem Flug nur über Wasser,

landen wir wieder am Dienstag, dem 25.11. um 10.45 auf Tahiti. Herrlich – ein Tag geschenkt. Im Landeanflug ein wunderbarer Blick auf die Nachbarinsel Moreaa.

Der Empfang am Flughafen und der Transfer zum Hotel funktionieren reibungslos. Das Ressort liegt direkt am Wasser …

… und wir schauen von unserer Zimmerterrasse auf die Nachbarinsel.
Als Sundowner ein Mai Tai …

… und dann ein spektakulärer Sonnenuntergang,



Beim anschließenden Abendessen probieren wir den Inselwein.

Nächstes Mal bestellen wir einen Anderen.
Mittwoch, 26.11.
Zeitverschiebung hin oder her, um 8.45 Uhr wartet Pito …

… mit seinem offenen Safari-4WD-Toyota …

… am Hotel, um mit uns beiden zur Tagestour „Inselquerung“ aufzubrechen. Auf meine Bitte hin fahren wir aber zu aller erst ins Zentrum von Papetee, da ich tahitianische Vanille einkaufen möchte.
In der zentralen Markthalle …

… viele Kleidungsstände, einige Obst-, Fleisch- und Fischstände, aber keine Gewürze. Schade!
Auf dem Weg unserer Tagestour liegt aber noch ein Verkaufsstand mit lokalen Produkten. Auch hier kein Erfolg. Aber sehr schöne Ausblicke auf die Lagune.

Pito meint, das auf Moorea die Chancen besser stehen.
Nach etwas mehr als einer Stunde biegen wir ins Ppapenoo-Tal ab. Immer entlang des gleichnamigen Flusses. Wenn unsere Rücken wüssten, was ihnen die nächsten 6 Stunden bevorsteht! Schlagloch reiht sich an Schlagloch.

Pito bewegt das Fahrzeug mit maximal 10 km/h vorwärts, damit wir nicht raus geschleudert werden. Die Hatz auf die Wildhunde im Okavango-Delta war dagegen die reinste Spazierfahrt und ja auch nach 10 Minuten vorbei.

Mehrfach wird der Fluss gequert …

… und eine Vielzahl von Wasserfällen passiert.

Angehalten wird, um uns die Früchte der tropischen Flora näher zu bringen – hier Macadamianüsse.

Nach der Mittagspause erreichen wir die Passhöhe etwas über 700m üNN.

Nach einem Tunnel geht es hinunter zum Meer.

Wir hatten gehofft, das es ab jetzt besser wird – es wurde noch unwegsamer und zog sich noch über weitere 2 Stunden hin, bis wir endlich die Küstenstraße erreichen.
Das Bier zum Sunset war dann verdient.

Donnerstag, 27.11.
Schlafen, frühstücken, lesen, den Körper an die Zeitzone anpassen, Blog schreiben und warten auf den Sunset, sind die heutigen „Aktivitäten“.

Zum Abendessen diesmal Wein aus dem Mutterland.

Freitag, 28.11.
Moorea versteckt sich am Morgen hinter Wolken …

… und pünktlich zum Checkout um 11.00 Uhr geht ein 45minütiger tropischer Regen nieder, den wir aber am Pool unter einem Zelt abwettern.

Das Taxi ist pünktlich und lässt uns um 13.15 Uhr an der Pier raus. Sofort sind dienstbare Hände zur Stelle, die uns die Koffer abnehmen und uns den Weg zum Schiff weisen.
Wir haben unser Ziel zum Start der Reise durch die Südsee Richtung Osten nach Chile erreicht!
Was folgt ist schon bekannt: Check-In (dabei erste Bekannte unter dem Personal begrüßen); warten bis die Kabine freigegeben ist; wenn die Koffer kommen auspacken, Termine im Esprit festmachen; die obligatorische Rettungsübung; …

… das erste Abendessen im Hanseatic …

… und ein Glas Wein als Absacker auf dem Balkon.
Nach dem Abendessen läuft uns ein alter Bekannter über den Weg – unser Parteifreund Martin Hexelschneider aus Hannover. Kein weiterer Kommentar!
Samstag, 29.11.
Schlafrythmus und Tageszeit passen immer noch nicht ganz – wird aber besser. Hat den Vorteil, dass wir zum Ablegen in Papetee um 5.30 Uhr wach sind.

Um 7.00 Uhr zum Frühstück (natürlich draußen) liegen wir schon wieder in der Lagune von Moorea vor Anker.

Die erste Tour steht an. Mit dem Tender um 8.15 Uhr zur Insel, dort in einen Jeep …

… zur Fototour über die Insel. Dauer bis 12.00 Uhr, denn um 14.00 Uhr wollen die Anker gehoben werden. Mit 6 weiteren Passagieren werden einige markante Punkte der Insel für Fotostopps angefahren.




Zurück auf dem Schiff ein kleines Mittagessen und am Nachmittag die obligatorische Teestunde in der Observationlounge. Gewohnheiten werden nicht geändert!

Am späteren Nachmittag die verpflichtende Teilnahme an der Zodiac-Einweisung. An deren Ende betritt der Kapitän die Bühne – noch vor dem offiziellen Welcome am Abend kein gutes Zeichen.
Unsere Reiseroute muss geändert werden. Ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet sich in den Weg gelegt, die erwarteten Wellenhöhen werden ein Anlanden auf den Inseln unmöglich machen.


Die neue Route sieht vor, das wir statt 4 nur 2 der Australinseln anlaufen, dann nach Norden abbiegen, um auf der Höhe von Tahiti eines der Atolle der Tuamoto-Inseln zu besuchen. Anschließend soll bei Mangareva/Gambier-Inseln die ursprüngliche Route wieder erreicht werden. Der Tag schließt mit dem Welcome durch den uns schon wohlbekannten (Nordwestpassage und Spitzbergen) Axel Engeldrum …

… und unserem ersten Essen im L’Esprit.
Sonntag, 30.11., 1.Advent
Am Morgen die Weite des Südpazifik.

Damit uns nicht langweilig wird erfolgt am Vormittag die Vorstellung des Expeditionsteams. Am Mittag erreichen wir Rurutu, eine der Australinseln, ganz im Süden von Französisch Polynesien.

Mit den Zodiacs geht es hinüber.


Da die Insel selten besucht wird, werden wir von den Locals herzlich begrüßt.

Der oberste Geistliche der Insel hat hierzu seinen Segen gegeben, den eigentlich dient der Sonntag hier noch traditionell der Ruhe und dem Gebet.
Zurück auf dem Schiff zelebrieren Gesine und ich den 1.Adventstee, mit mitgebrachtem Lebkuchen aus der Heimat.

Aber auch die Küche des Schiffs ist vorbereitet.

Im Sonnenuntergang verabschieden wir uns von der Insel. Nächstes Ziel ist morgen Früh Tubuai.

Abends nochmals L’Esprit mit Austern.

Ein Hinweis in eigener Sache: Ich schreibe den Blog meistens rückblickend am nächsten Tag vormittags oder wenn viele Aktivitäten anstehen auch erst Nachmittags. Das heißt für den geneigten Leser in Deutschland ist dann bereits wieder später Abend oder mitten in der Nacht des Folgetages. Es kann also ein Timeleck von bis zu zwei Tagen entstehen.
Montag, 1.12.
7.30 Uhr, die Spirit erreicht Tubutai. Auf Reede soll hier der gesamte Tag verbracht werden.

Gesine und ich gehen heute Vormittag getrennte Wege. Gesine lässt sich mit dem Zodiac bei doch sehr hohem Wellengang – die Crew hat lange überlegt, ob ein Einsteigen in die Zodiacs bei dem Seegang überhaupt möglich ist – an Land bringen, …

… um dort in der Lagune zu schwimmen (ist ja nicht meins, im offenen Wasser zu schwimmen), die kulturellen Darbietungen zu würdigen und nach Souvenirs zu schauen.
Ich bleibe an Bord, um die Eindrücke der ersten Tage Revue passieren zu lassen, zu lesen und ein bisschen Schlaf nachzuholen.
Als erstes fällt mir auf, das ich noch gar nichts zum Wetter geschrieben habe. Die Tage auf Tahiti waren sehr warm, um die 30°, überwiegend sonnig, hohe Luftfeuchtigkeit und kaum Wind. Am Abreisetag der schon beschriebene heftige tropische Regen. Besser dann auf Moorea. Zwar immer noch hohe Luftfeuchtigkeit, aber nur noch 25°, bewölkt und leichter Wind. Hier auf den Australinseln um die 25° (auch im Meer), meist bewölkt, leichter Wind und erträgliche Luftfeuchtigkeit.
Zum zweiten will ich nochmal auf das Vorfeld der Reise eingehen. Ich habe bis zuletzt nicht daran geglaubt, dass wir es wirklich bis aufs Schiff schaffen. Martins langer Krankenhausaufenthalt und die Folgen, wie Wohnungssuche, Umzug, Organisation von Arztterminen und sozialer Betreuung, haben bei mir immer wieder Zweifel aufkommen lassen, ob wir mit halbwegs ruhigem Gewissen weg sein können. Dank Gesines unbeirrbarem großen Einsatz ist dies gelungen. Ein großes, dickes Dankeschön!
Hinzu kam die Sorge um Heikes Gesundheitszustand. Auch hier kam vor der Abreise eine leichte Entwarnung.
14 Tage vor der Abreise bricht bei mir stressbedingt die eigentlich seit September überwunden geglaubte Gesichtslähmung wieder auf. Diesmal ist die linke Gesichtshälfte betroffen. Diesmal entschließe ich mich zur Cortison Stoßtherapie. Ich will mich nicht nochmal 6 Monate damit herum schlagen. Mit einigen Nebenwirkungen schlägt diese an und es wird von Tag zu Tag besser. Hoffe mal, dass es so bleibt.
Jetzt sind wir den vierten Tag auf dem Schiff und lassen uns immer mehr in die Ablaufroutinen der Expeditionskreuzfahrt fallen.
Um 16.00 Uhr nimmt die Spirit wieder Fahrt auf, Kurs Nord. Ziel sind die Tuamoto-Inseln. Am 3.12. sollen wir dort morgens ankommen. Es liegt also ein kompletter Seetag vor uns.

Dienstag, 2.12., Seetag
Eine leicht bewegte Nacht liegt hinter uns und ein bewegter Tag vor uns.

Am Abend erwarten uns dann 3,5m Wellen und Wind von Backbord.
Heute wird ein „Volkshochschultag“ mit Vorträgen am Vor- und Nachmittag.

Am Nachmittag Windstärke 9 und Wellen bis 4,5m.

Auf der Brücke hat die Crew das Ziel fest im Blick.


Mittwoch. 3.12.
Wie vom Kapitän versprochen ab 1.30 Uhr ein ruhiges Schlafen, da das Schiff pünktlich in die Lagune von Fakarava, einem Atoll der Tuamotos, erreicht. In diesen Tuamotos befindet sich auch das Muroroa-Atoll, bis 1995 Testgelände für die ober- und unterirdischen Atombombenversuche der Force de Frappe.
Auf dieser Reise scheint der Wettergott uns nicht holt zu sein. Als wir um 8.00 Uhr die Vorhänge der Kabine öffnen, regnet es – wie vorhergesagt – in Strömen.

Der Dauerregen geht aber am frühen Vormittag in Schauerwetter über, sodass wir beschließen, mit dem Tender überzusetzen.
Palmen in großen Pfützen und immer wieder Schauer lassen echtes Südseefeeling aufkommen.


Die kurzen trockenen Phasen nutzen wir für einen Spaziergang an den Strand mit Blick auf die Riffkante.

Zurück auf dem Schiff bleibt nur Teetrinken und Eisessen.

Beeindruckend um 17.00 Uhr die Ausfahrt aus der Lagune.

Hinter der Riffkante geht es sofort von 15m Wassertiefe auf 1800m hinunter.
Der Kapitän setzt Kurs SE Richtung Mangareva auf den Gambier-Inseln und verspricht Schiebewind 30-40 Knoten aus NW und Wellen von 2,5m und damit eine relativ ruhige Fahrt. Schauen wir mal!
2 Nächte und 2 Seetage bis zur nächsten Anlandung liegen vor uns.
Donnerstag, 4.12., Seetag
Wir hatten die versprochene ruhige Nacht. Beim Frühstück zeigen sich auch wieder erste Wolkenlücken und blauer Himmel.

Neben den Vorträgen ist das Highlight des heutigen Tages das Vorstellen der Borduhren von 12.00 Uhr um eine Stunde auf 13.00 Uhr.
Wir verlieren also eine Stunde des auf dem Hinflug gewonnenen Tages.
Freitag, 5.12., Seetag
Ein strahlender Tag in der Weite des Südpazifik. 28° Außentemperatur, leichter Wind von Achtern und 26° Wassertemperatur …

… und 130km südlich am Mururoa-Atoll vorbei. Atomwaffentestgelände Frankreichs von 1966 bis 1996 mit mehr als 180 ober- und meist unterirdischen Tests.
Ansonsten der übliche Wechsel von Essen und Vorträgen, unterbrochen von Lesen und Bildbearbeitung am Computer.
Aufpassen muss man auf die Strahlung – natürlich UV. Sonnenbrandgefahr.
Samstag, 6.12., Nikolaustag
Am späten Nachmittag des Vortags noch ein sehenswerter Sonnenuntergang.

Um 6.00 Uhr kommt das Atoll von Mangareva mit seinen Inseln in Sicht.


Die Bucht der Hauptinsel und den Hauptort Rikitea werden wir heute erkunden.

Heute können endlich mal alle Aktivitäten stattfinden. Für die Schnorchler werden Zodiacs mit Einstiegsleiter und Rettungsring vorbereitet.

Der überwiegende Teil der Passagiere wird aber per Tender zum Wandern oder zu Strandaktivitäten an Land gebracht.
Wir tendern ebenfalls und spazieren zur größten Sehenswürdigkeit der Insel, der Kathedrale des Heiligen Michael.

Nach Papetee die größte Kirche Französisch Polynesien mit Platz für 1200 Gläubige.

Der Kirchenschmuck ist überwiegend aus Perlmut gefertigt.

Von dort zum Strand.


Auch ich wage mich bis zu den Knien ins Wasser – man kann ja den Grund sehen und erkennen ob andere Lebewesen sich dort befinden. Ein Beweisfoto muss ich später einstellen, da es mir trotz wiederholter Versuch bis heute nicht gelungen ist, Fotos von Gesines Handy auf den Computer zu übertragen.

Den Aufenthalt haben wir außerdem zum Einkauf von seltenen Südseeperlen genutzt. Die Gambier-Insel sind ein Hotspot für die Produktion ebendieser.

Zurück auf dem Schiff der Nikolauskaffee bei 30° einmal anders.

Heute verlassen wir Frankreich in Richtung Großbritannien. Morgen ein Seetag mit Ziel Bounty Bay/ Pitcairn Island
Sonntag, 7.12., 2.Advent
Am Vorabend noch ein sehenswerter Sonnenuntergang,…


… begleitet von einem Farewell-Drink auf den Außendecks.

Zum Abschluss des Tages ein Video-Call mit Heersum.
Heute ein Seetag in den Weiten des Südpazifiks.

Wir befinden uns auf der Breite von Walfishbay in Namibia und auf der Länge von Juno/Alaska. Temperatur bei 24°, leichter Wind und Dünung von 1,5m. Sehr angenehm.
Wie immer an Seetagen ist VHS-Tag. Juhuu, wir können was lernen – wenn wir denn wollen.
Wieder wird uns um 12.00 Uhr eine Stunde „geklaut“.
Montag, 8.12.
Heute also Pitcairn, eine der 4 Inseln des Pitcairn-Archipels, ein Teil des BOT.

Eine der einsamsten Insel der Welt, abseits jeglicher Handelsrouten. Die kilometermäßig nächste dauerhafte menschliche Siedlung ist die ISS.
Zufluchtsort der Bounty-Meuterer …

… und ihrer tahitianischen Frauen.
Um 7.00 Uhr kommt die Insel in Sicht.

Zuerst erledigen die zuständigen Offiziere das sogenannte Einklarieren, dann erhalten wir vom Tourismusbüro eine Einführung in die Sehenswürdigkeiten.
Nun könnte es losgehen. In 4 von 5 Besuchen ist ein Übersetzen nicht möglich, da der Schwell des Pazifik und hoher Wellengang die Landestelle unerreichbar macht. Wir haben Glück, der nur leichte Wind drückt die Wellen heute aus einer anderen Richtung auf die Landestelle. Nur der Einstieg vom Schiff auf die Zodiacs ist nass und schwierig.
Da sich der Hauptort Adamstown in der Hängen versteckt müssem ca. 100 Höhenmeter auf kürzester Distanz überwunden werden. Ist uns zu schweißtreibend – wir nehmen ein Quad (5 USD/Person).

Im Ort werden erst mal Souvenirs und Postkarten, sowie der berühmte Honig der Insel gekauft.
Ein geführter „Stadt“spaziergang zeigt uns die Überreste der Bounty …


… inklusive der Schiffsbibel.

Tropische Vegetation begleitet uns beim Rundgang.


Zum Mittagessen sind wir zu einem typisch britischen Gericht eingeladen – …

… Fish `n Chips.
Am Nachmittag zurück auf das Schiff.

3 Seetage liegen vor uns, am 12.12. sollen wir um 8.00 Uhr die Osterinseln erreichen.
17.30 Uhr wird das letzte Zodiac an den Haken genommen und die Spirit nimmt Kurs Ost.


Good Bye Pitcairn!
Dienstag, 9.12., Seetag
Die übliche Routine zwischen Essen, Lesen, Schlafen und Vorträgen.
Mittags wird wieder eine Stunde abgezogen. Aus 12.00 Uhr wird 13.00 Uhr. Somit nur noch 8 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland.
Allmählich wird es kühler. 23° Außen- und 24° Wassertemperatur bei bewölktem Himmel mit einigen Regenschauern und sonnigen Abschnitten im Wechsel.
Am Nachmittag wird die Routine unterbrochen. Das Ducie-Atoll wird umrundet.

Dieses Inselchen gehört geografisch und verwaltungsmäßig zu Pitcairn, ist unbewohnt, steht aber unter strengem Schutz, da Rückzugs- und Brutgebiet für seltene Seevögel.

Mittwoch, 10.12., Seetag

Was soll ich schreiben? Alles wie immer, inklusive des täglichen Verlustes einer Stunde. Somit nur noch 7 Stunden.
Donnerstag, 11.12., Seetag
Am Vorabend, damit uns nicht langweilig wird, mixen die Offiziere Cocktails auf dem Pooldeck. Leider war die Begleitmusik so laut, das Unterhaltungen unmöglich waren. Wir nehmen unsere Whisky Sour daher auf unserem Balkon und lauschen den Wellen.

Auch heute verlieren wir wieder eine Stunde. Da sind es nur noch 6.
Höhepunkt des Tages wird der Empfang des Hapag Lloyd Cruise Club, diesmal auf dem Spirit Walk.


Damit uns nicht langweilig wird: am Abend ein klassisches Konzert des „Ozeanpianisten“.


Nun aber Nachtruhe, denn um 7.00 Uhr landen wir auf Rapa Nui/Osterinsel. Unser erster Ausflug zu den Maoi-Statuen startet um 8.30 Uhr mit dem Einstieg in den Tender.
Freitag, 12.12.
Ankunft an den Osterinseln wie geplant, …

… aber die Formalitäten dauern länger. Mit Verspätung von einer halben Stunde geht es mit dem Tender an Land. In Minibussen werden wir zum ersten Highlight gebracht – der Fabrik (so der Ausdruck unserer deutschstämmigen Reiseführerin).


Hier wurden die Moais zu Hunderten direkt aus dem vulkanischen Tuffstein gehauen …

… und dann mit einer Seil-Hebe-Technik über Kilometer zu ihren Bestimmungsorten gebracht.

Den berühmtesten Standort besuchen wir gleich im Anschluss.
Jede einzelne Statue stellt einen verstorbenen Clanchef (also keine Außerirdischen) dar. Mitglieder des Clans wurden unter seinem Fundament bestattet.

Auf der Rückfahrt noch ein Stopp bei einem weiteren Ahu (so werden hier die Plattformen für die Statuen genannt).

Über Mittag kurz aufs Schiff, zurück an Land zu einem Spaziergang entlang der Brandungskante in Richtung Stadt und Hafen.

Vorbei am einzigen Ahu außerhalb des Nationalparks.

Samstag, 13.12.
Ein halber Tag bleibt uns noch auf Rapa Nui. Wir füllen ihn mit einem weiteren Landausflug. Dieser führt uns zu 3 weiteren Sehenswürdigkeiten.
1. Ein Ahu im Inselinnern mit 7 Statuen. Die Besonderheit: Diese Statuen blicken als einzige in Richtung Meer. Es wird vermutet, dass hier die 7 Seefahrer, die der Legende nach zuerst auf der Insel gelandet sind, geehrt wurden.


2. Besuch des Steinbruchs, aus dem die andersfarbigen (rötlich) Kopfbedeckungen heraus gearbeitet wurden. Es wird noch gestritten, ob dies Hüte oder Haare sein sollen.


3. Ein größerer Ahu direkt an der Wasserkante, mit dem einzigen Moai, bei dem die Augen (gefertigt aus Korallen) im Original erhalten sind.



Um 12.00 Uhr zurück mit dem Tender zum Schiff, das um 13.10 Uhr Rapa Nui verlässt.


Vor uns liegen 4 reine Seetage und 3031km bevor wir am 18.12.,13.00 Uhr die Robinson Crusoe Insel vor der chilenischen Küste erreichen. Der Kapitän verspricht für die nächsten Tage eine Wellenhöhe von 1 bis 2 Meter, leicht zunehmendem Wind und abnehmende Temperaturen, sowie wechselnde Bewölkung mit einigen Regenschauern.
Also auf geht’s in die Weiten des Südpazifiks.
Sonntag, 14.12., 3.Advent

Im heutigen Tagesprogramm steht geschrieben:
„Der Seetag wird oft als Zwischenraum verstanden: als etwas, das man überbrückt, bevor das nächste Ziel erreicht ist. Doch auf einer Seereise – besonders auf einer Route durch den offenen Pazifik – ist der Tag auf See kein Leerlauf. Er ist eigenständiger Teil der Reise, mit eigener Qualität, eigenem Rhythmus und eigener Bedeutung.“ Und weiter: „Das Schiff bewegt sich kontinuierlich vorwärts, doch ohne sichtbare Wegmarken. … Gerade dadurch entsteht ein Raum, in dem Reise nicht als Abfolge von Punkten, sondern als Prozess erfahrbar wird.“
Höhepunkte des heutigen Tages sind:
– am Mittag die Liveübertragung des Handball-WM-Endspiels der Frauen Deutschland gegen Norwegen. Leider mit einer Niederlage für das deutsche Team;

– die adventssonntägliche Teestunde am Nachmittag mit mitgebrachtem Lebkuchen;

– der Weihnachtsmarkt auf dem Pooldeck.


Laut, wusselig und das Essen weihnachtsmarkttypisch. Nicht meine Veranstaltung! Der Sonnenuntergang vom Balkon aus entschädigt bei einem Glas Rotwein.

Montag, 15.12.
Mittags werden die Uhren wieder von 12.00 auf 13.00 Uhr vorgestellt. Damit nur noch 5 Stunden Zeitunterschied. Wir nähern uns!
Heutiges Highlight wird das Whiskey-Tasting am Nachmittag, zudem wir uns schon ganz am Anfang der Reise angemeldet haben. Mal sehen was der Chefbarkeeper auf den Tisch stellt.
Die vormittägliche Durchsage des Kapitäns lässt erahnen, dass es doch etwas unruhiger wird, als der Seewetterbericht vorhergesagt hat. Im Moment bis 3m Welle von vorn, in Böen 40 Knoten Wind – soll am Nachmittag aber weniger werden – und Sonne-Wolken-Mix, ggfs. Regenschauer. Das alles bei 20°.
Whisky-Tasting: Nur ein weiterer Passagier nahm teil. Der „Barchef“ Stephan Aye ließ uns 5 verschiedene Whiskeys verkosten. Angefangen bei einem Bourbon, über einen irischen bis zu drei schottischen.





Bis auf den Bourbon kannten wir sie bereits alle. Begleitet von einigen Snacks und jeweils wenigen Tropfen Wasser (schon interessant, welche Geschmacksveränderung mit ein oder zwei Tropfen Wasser eintritt) und gegenseitigem Erfahrungsaustausch hatten wir einen unterhaltsamen Nachmittag.
Dienstag, 16.12.
Jetzt nur noch 4 Stunden Zeitunterschied. Das nächste Uhren umstellen findet dann erst wieder auf dem Flug von Sao Paulo nach Frankfurt statt – und das ist auch gut so.
Das häppchenweise Umstellen der letzten Tagen hat vor allem den Schlafrhythmus erheblich durcheinander gebracht.
Langsam macht sich der kalte Humboldt-Strom vor der Küste Südamerikas bemerkbar. Wassertemperatur 20°, Luft 18°, zur Zeit dichte Bewölkung, keine Sonne und nur wenig Wind.
Ich hatte schon gedacht ich kann heute nichts weiteres schreiben – und nun dies.

Um 16.15 Uhr passieren wir Podesta Island. Eine Phantom-Insel. Auf den modernsten Seekarten verzeichnet, aber man sieht sie nicht, weil nicht existent.

Diesen Inseltyp gibt es vor allem im Pazifik häufiger. Findige haben in Chile – laut Durchsage des Kapitäns – sogar eine Republik der Phantom-Inseln gegründet; mit eigenem Präsidenten und eigener Fußballmannschaft.
Mittwoch, 17.12.
Heute eine spätere Teestunde. Gesine musste noch Shuffleboard spielen. Wir kommen daher in den Genuss der Kaffeehausmusik des Ozeanpianisten, der immer ab 15.30 Uhr spielt.

Am Vormittag die Einstimmung auf die morgige Anlandung auf der Robinson Cruseo Insel. Hier wurde der englische Freibeuter Alexander Selkirk 1704 von seinem Kapitän ausgesetzt und verbrachte 4 Jahre und 4 Monate allein auf der Insel, bevor ihn wiederum ein englisches Kaperboot aufnahm. Vorlage für den erfolgreichen Roman des Daniel Defoe.
Am Abend mal was Neues. Ein Event an Bord, das wir noch nicht kennen. Hidden Bars. 3 kleine Bars mit jeweils einem Getränk versteckt an unterschiedlichen Orten. Eine Art Schnitzeljagd führt vom Modeladen (Aperol Spritz) zum Fahrstuhl (Negroni) zum Friseursalon (Amaretto Sour brrr!).


Wir bleiben bei Negroni und beobachten von unserem Balkon aus die Vorbeifahrt an Alexander-Selkirk-Island in der hereinbrechenden Dunkelheit.

Donnerstag, 18.2.
Der Anker fällt um 7.00 Uhr und wir blicken bei ruhiger See auf den kleinen Hauptort von Robinson-Crusoe-Island. Beste Bedingungen zum Übersetzen mit den Zodiacs.


Wir fahren etwas später, da wir nur den Ort erkunden wollen und nicht auf die Wanderung in die steilen Hänge mit gehen. Aber auch uns bringt man an der Kolonie Seebären vorbei.

Die Anlandung mit den Zodiacs ist etwas kniffelig.

Der Ort gibt nichts her, außer der Piraten Party, die HLC ausrichtet. Die angebotenen Snacks sehr lecker; der dazu gereichte Piso Sour sehr limettenlastig (auf den Azoren um Längen besser).


13.00 Uhr verlässt das letzte Zodiac die Insel, wenig später wird der Anker gelichtet und mit drei tiefen Tönen des Schiffshorn verabschiedet sich die Spirit von der Insel. Alle wieder an Bord – keiner wurde ausgesetzt.

Entlang der farbenprächtigen Südküste nimmt das Schiff Kurs auf das chilenische Festland.


Nächster Stop ist außerplanmäßig am 19.12.,14.00 Uhr der Containerhafen von Talcahuano. Dort wird das Schiff betankt, da in Puerto Montt zur Zeit nicht der passende Treibstoff vorhanden ist. Die Suche nach einem Ersatz hat Kapitän und Chefingenieur die letzten Tage in Atem gehalten. Nun sollen 40 Tankwagen bereitstehen, da auch keine Barge zur Verfügung steht.
Aber unsere planmäßige Ankunft in Puerto Montt soll sicher sein. Mal wieder: keine Reise ohne Unwägbarkeiten.
Nachtrag: Die Snacks auf der Party waren alle auf Hummerbasis. Neben dem Tourismus ist der Hummerfang und -verarbeitung/ -vermarktung die Haupteinnahmequelle der Bewohner.
Am Abend die Auswahl des besten Reisefotos.

Gewonnen hat das Foto mit der Nummer 4.

Aus meiner Sicht hätte es nicht teilnehmen dürfen, da zwar von einem Mitreisenden aufgenommen, aber nur möglich mit einer Übernachtung auf der Insel. Wir anderen mussten schon vor Sonnenuntergang wieder auf dem Schiff sein. Sei es drum, ich hatte mich sowieso nicht beteiligt.
Freitag, 19.12.
Nachricht des Kapitäns über die Bordlautsprecher um 9.30 Uhr: Bis Mitternacht hat die Spirit Kurs Talcahuano gehalten, dann kam per Mail die Nachricht, dass auch der Treibstoff dort nicht den technischen Anforderungen der Hanseatic-Flotte entspricht. Also Kursänderung auf Ziel Puerto Montt. Nachtanken wird verschoben. Vor einigen Tagen hatte der Chefingenieur Gesine gesagt, dass der Sprit auf jeden Fall bei der Folgereise bis zu den Falklands reicht.

Ankunft in Puerto Montt jetzt Samstag, 20.12., 11.00 Uhr.
Am Mittag Labskaus.

Ansonsten wie immer am vorletzten Tag:
– ein letztes Recap mit Dank und Verabschiedung der Experten und der Field Staffs;

– das Abschiedsmenü mit Kaviar und Hummer;


– das Farewell des Kapitäns mit der Zusammenfassung der Reise;

– die Verlosung der Seekarte – wieder mal nicht gewonnen;

– der Auftritt des Shanty Chors, natürlich mit „Reeperbahn nachts um halb Eins“ und „Sailing“.

Samstag, 20.12.
Puerto Montt empfängt uns am Morgen mit schlechtem Wetter.

Der Lotse kommt etwas später an Bord, …

… sodass die Spirit erst um 11.30 Uhr an der Pier festmachen kann.

Gesine und ich gehen nicht an Land – wir waren ja erst im März hier – sondern genießen nochmal die Annehmlichkeiten des Schiffs und Packen am späteren Nachmittag unsere Sachen für die Abreise morgen früh. Um 12.26 Uhr soll unser Flieger nach Santiago abheben. Von dort noch am späteren Nachmittag Weiterflug nach Sao Paulo.
Am Nachmittag dann doch Betankung mit Schiffsdiesel von LKWs aus. Dauer bis 20.30 Uhr.

Sonntag, 21.12.
Wir verlassen das Schiff um 9.15 Uhr und fahren via Uber mit unseren neuen Freunden Sylke und Wolfgang, sowie zwei weiteren Herren zum Flughafen – weit außerhalb von Puerto Montt im Nirgendwo.
Der Checkin ist problemlos. Zu unserem Erstaunen erhalten unsere aufgegebenen Koffer einen Transportanhänger bis Frankfurt, obwohl wir in Sao Paulo den Flughafen für einen Stopover im Marriott-Hotel verlassen. Gleichzeitig aber die Aussage der Dame am Schalter, dass wir sie in Sao Paulo vom Band nehmen müssen, um mit Ihnen durch den Zoll zu gehen. ????
Abflug ca. 10 Minuten zu spät. Wird auch über den Anden nicht aufgeholt.

Im Anflug auf Santiago in ca. 300m Höhe plötzlich ein scharfes Durchstarten – die Landebahn war noch nicht frei. Hatten wir so auch noch nicht. Nach 2 Ehrenrunden über Chiles Hauptstadt die sichere aber verspätete Landung.
Es folgt ein langer, nicht immer ausgeschilderter Weg vom Inlandsterminal zum International Terminal. Ausreisen, Security und Warten in einer sehr schicken Lounge der LATAM. Hier versucht Gesine zu klären, was den nun in Sao Paulo mit unserem Gepäck passiert – leider erfolglos.
Sehr frühes Boarding, daher fast pünktlicher Abflug um 17.30 Uhr und Landung um 21.10 Uhr in Sao Paulo.

Aber dann! Der Flieger steht zuerst 15 Minuten auf einem der Runways, da der vorgesehene Flugsteig noch besetzt sei. Erneutes Rollen, aber nicht zum Gate sondern auf eine Außenposition. Dort muss erst alles für unseren nicht geplanten Ausstieg vorbereitet werden. Nach unglaublichen 90 Minuten öffnen sich endlich die Türen und wir dürfen in die zwischenzeitlich eingetroffenen Busse. Es folgt die übliche Flughafenrundfahrt. 2 Stunden nach der Landung stehen wir endlich an der Passkontrolle.
Weiter zur Gepäckausgabe, denn wir wollen sichergehen, das unsere Koffer nicht doch dort ihre Runden drehen. Natürlich kommen auch nach 30 Minuten Warten überhaupt keine Koffer. Nicht eingeplante Außenposition des Fliegers! In der Zwischenzeit rennt Gesine von einem Offiziellen zum anderen. Immer die widersprüchlichen Aussagen: Warten und vom Band nehmen versus wird durch gescheckt.
Nach der Aussage eines höhergestellten Latam-Mitarbeiters, dass die Koffer selbstverständlich wie angegeben durch gescheckt werden und wir nicht warten müssen – er bestätigt damit Hans-Jürgens Aussage – machen wir uns auf den Weg zum Hotel, das wir nach 10minütiger Taxifahrt um 0.15 Uhr endlich erreichen. Zum Runterkommen noch das Bier aus der Minibar (Bar des Hotels hatte natürlich schon geschlossen). Endlich Schlafen!
Montag, 22.12.
In der Nacht Wechsel von offenem Fenster und Lärm der Schnellstraße zu lauter Klimaanlage und umgekehrt.
8.00 Uhr leidlich ausgeruht aufstehen, Frühstück um 9.30 Uhr.
Checkout ist um 14.00 Uhr. Um 15.00 wollen wir zum Flughafen, damit wir die Formalitäten in Ruhe erledigen können. 18.05 Uhr ist Boarding in den Lufthansa-Jumbo nach Frankfurt. Auf dem Oberdeck sind wir ja schon fast zu Hause.

Immer wieder Turbulenzen in der Nacht lassen nur einen unruhigen Schlaf zu. Entsprechend Müde und mit dem Jetlag kämpfend, steigen wir um kurz nach 10.00 Uhr aus dem Flieger. Beim Ausstieg bemerkt Gesine, dass wir prominente Mitreisende hatten. Einige Reihen vor uns saß Sarah Connor mit Mann und ihren 4 Kindern. Gesines Recherche im Internet ergab, dass sie auf dem Rückflug von einem Urlaub auf dem Amazonas waren.
Am Kofferband die Auflösung unseres Kofferrätsels. Die beide Gepäckstücke kamen mit als Erstes auf dem Gepäckband angefahren.
Mit der Bahn nach Hildesheim – nur 10 Minuten Verspätung. Dort nahm uns Philip in Empfang. In Heersum kurzes Kaffeetrinken und dann mit dem Auto nach Hause.
Fazit
Eine spannende Reise mit einer Vielfalt von Eindrücken. Von typischem Südseeflair am ersten Tag auf Tahiti und den Inseln Moorea und Mangareva während der Kreuzfahrt hin zu den einsamen Inseln Pitcairn und Rapa Nui in den Weiten des Südpazifik. Beeindruckend wie die nur knapp 40 Einwohner von Pitcairn ihr Leben in Abhängigkeit vom nur alle 6 Wochen anlandenden Versorgungsschiff aus Neuseeland meistern. Wohl wissend, dass die Überalterung zur Aufgabe der Insel zwingen wird.
Highlight der Reise war der Aufenthalt auf der Osterinsel. Die Moais sind definitiv keine Darstellung von Außerirdischen sondern in mühevoller Arbeit erschaffene Skulpturen zu Ehren der Ahnen.
Der Wettergott war uns auch diesmal hold, obwohl es am Anfang nicht so aussah. Ein Sturmtief verhinderte die Anfahrt zu zwei der vier geplanten Anlandungen der Austral-Inseln. Der alternative Stop in Fangareva fiel dann buchstäblich ins Wasser. Die restlichen Anlandungen konnten aber bei besten Bedingungen stattfinden. Besuche auf Pitcairn, der Osterinsel und auf Robinson Cruseo fallen oft der rauen See zum Opfer.
Zum Schiff ist nichts mehr zu sagen, da uns ja schon bekannt. Die Crew, insbesondere Kapitän Engeldrum, hat sich wieder sehr flexibel gezeigt; das Expertenteam mit Höhen und Tiefen, vor allem Wolfgang der Biologe war manchmal unvorbereitet und oberflächlich und Birgit mit ihrer „verhuschten“ Art hat mich oft genervt. Zur Küche sag ich auch nichts mehr, ich nehm’s mittlerweile so wie es kommt.
Besonders die Seetage hatten ihren eigenen Rhythmus und luden zum Abschalten ein, was vor allem Gesine nicht immer gelang, da Sie mit ihren Gedanken häufig bei Martin und Heike war.
Eine Reise, die ich nicht missen möchte und die uns inspiriert hat, für den Februar 2027 die Halbumrundung der Antarktis von Ushuaia/Argentinien nach Christchurch/Neuseeland zu buchen. Laut Kapitän eine echte Expedition mit allen Unwägbarkeiten und sehr kalt.
In mancher Hinsicht hatten es die frühen Entdecker und Seefahrer doch etwas leichter – ohne Uhr, ohne Stress, rechtzeitig irgendwo sein zu müssen, ohne Jetlag….
Dafür konnten viele von ihnen niemals über ihre Erlebnissen berichten, weil sie unterwegs verloren gegangen sind .
Schön, dass ihr die Mühsal nicht scheut und uns an euren Erlebnissen und hoffentlich noch zahlreichen schönen Entdeckungen einmal mehr teilhaben lasst!
Herzliche Grüße aus der norddeutschen Heimat!
Lieber Michael, liebe Gesine!
Was für ein Abenteuer. Wie schon so oft, begleite ich Euch aus meinem gemütlichen Sofa auf Euren Abenteuern. Diesmal eine tolle Inselwelt. Schade mit den Gärten…Tee ist zwar auch schön, aber kein wirklicher Ersatz, oder? Wart Ihr schwimmen? Und das Tief…wenigstens nicht Depressao Claudia (das Tief, dass in Portugal für Unheil gesorgt hat). Allerdings ist es schon schade, dass Ihr weniger Anlandungen habt…
Euch einen schönen 1. Advent!
Liebe Grüsse, Claudia
Da habt ihr ja wirklich endlich einmal richtig Glück gehabt! Pitcairn so zu erleben ist ziemlich ungewöhnlich!
Habt ihr denn von den Menschen einige gesehen und welche Gene haben sich da durchgesetzt?
Ich verfolge Eure Reise aus dem Sessel, wie immer. Ich bin von amerikanischen Filmschnulzen geprägt und stelle mir die Südsee anders vor. Wettermässig. Allerdings sehen die Strände toll aus und die Perlen auch 🙂
LG Claudia