Rom – nach „ewigen“ 16 Jahren mal wieder

Am 9.5. fliegen Gesine und ich von Hannover – via Frankfurt – …

… nach Rom. Auslöser für die Wahl des Zeitpunkts Mai war mein Wunsch, einmal beim Tennisturnier in Rom (mittlerweile eines von 10 ATP/WTA-1000-Tunieren und damit neben den Grand-Slams eines der wichtigsten Turniere des Jahres und entsprechend hochkarätig besetzt) zu zuschauen. Die Fernsehbilder, wenn in einer antik anmutenden Arena gespielt wird, sind immer grandios. Für Dienstag, den 12.5., haben wir Karten (schon vor einem Jahr gebucht). Da wir bis zum 15.5. (Freitag) bleiben, haben wir genug Zeit, Rom in aller Ruhe zu erkunden.
Unsere Unterkunft ist die Residenzia Paolo VI. direkt am Petersplatz an den Bernini-Kolonaden, die den Petersplatz begrenzen.

Beim Blick aus dem Fenster schauen wir außerdem auf Teile des Petersdoms.
Besonders beeindruckend ist der Blick von der Dachterrasse des Hotels – gleichzeitig Restaurant und Bar.

Leider erreicht das Essen nicht das Niveau des Ausblicks.
Nach dem Essen schlendern wir noch über den abendlichen Petersplatz.

Um 21.00 Uhr geraten wir zufällig in eine Lichterprozession zu Ehren der Jungfrau Maria. (Ich bin leider im katholischen Kirchenkalender nicht so fit, das ich wüsste, welcher Anlass am Samstag vor Himmelfahrt begangen wird).

Beeindruckend wie viele Gläubige dem Bildnis folgen und welche Magie Lichter und Gesang in dem bewusst ja so gestalteten baulichen Ambiente des Petersplatzes auch auf Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften ausüben.
Sonntag, den 10.5., bleiben wir erst mal im Hotel, denn wir wollen von der Hotelterrasse um 12.00 Uhr dem Angelusgebet beiwohnen, das am Sonntag traditionell der Papst hält.
Pünktlich um 12.00 Uhr ist es soweit. Papst Leo XIV. erscheint am Fenster und grüßt die zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz und uns auf unserem Logenplatz.

Nachmittags dann als Überblick Hop-on-Hop-off.
Start mit Big Bus ist an der Engelsburg.

Vorbei am Kolosseum,…

… dem Circus Maximus (Ort der Wagenrennen), …

… und dem Kapitol.

Die Spanische Treppe …

… und die „fast“ leere …

… Fontana di Trevi …

… machen wir dann zu Fuß. Um 18.30 Uhr erreichen wir den Petersplatz.

Empfehlen können wir diese Bustour eigentlich nicht, da die Haltepunkte und Vorbeifahrten immer in einiger Entfernung zu den Sehenswürdigkeiten liegen (sicherlich den schmalen Gassen in der Innenstadt geschuldet) und diese erst angelaufen werden müssen. In den nächsten Tagen werden wir den Öffentlichen Nahverkehr (3-Tagesticket zu 22,-€) nutzen, um unsere Ziele zu erreichen.

Montagmittag treffen wir Alessandro von Romaculta zu unserem ersten Stadtspaziergang am Reiterstandbild des Marc Aurel auf dem Kapitolsplatz.

Von dort gehen wir durch die umliegenden Viertel. Alessandro schildert an architektonischen Elementen die bauliche Entwicklung und Schichtung der römischen Baugeschichte. Sehr schön die versteckten Innenhöfe.

Durch das alte Jüdische Viertel mit der Synagoge aus dem 19. Jahrhundert geht es am Marcellus Theater (Vorbild für das Kolosseum) …

… hinauf auf den Kapitolshügel (einer der sieben Hügel Roms). Hier überblicken wir das Forum Romanum.

Während des Spaziergangs kommt auch die jüngere Geschichte nicht zu kurz – so passieren wir das Mahnmal für Aldo Moro, am Fundort seiner Leiche am 9.Mai 1978.

Am Reiterstandbild vor dem Rathaus endet dieser erste Spaziergang. Am Mittwoch und Donnerstag geht es weiter.
Wir fahren mit der Buslinie 46 zurück zu unserem Hotel auf der anderen Seite des Tibers und freuen uns auf das Abendessen im „La Ciambella Bar a Vin con Cucina“.
Die Vorfreude war berechtigt. Die Küche hielt was sie im Internet (Guide Michelin) verspricht. Wir wählten das Tasting-Menü mit Spezialitäten der römischen Küche …

… und dazu einen schönen Rotwein aus den umliegenden Bergen aus der gewichtigen Weinkarte.

Besonders eindrucksvoll und beachtlich vielfältig die Auswahl an Vorspeisen.

Dienstag, den 12.5., steht der Anlass unseres Besuches auf dem Programm: Tennis! Morgens um 11.00 Uhr geht es los und endet für uns um 21.00 Uhr.
Der erste Eindruck bestätigt die Fernsehbilder.

Dies ist allerdings nur ein größerer Nebenplatz. Die wichtigen Spiele finden auf dem Campus Centrale (im Hintergrund) und in der BNP Arena statt. Dort spielt am Nachmittag Alexander Zverev. Die Spielansetzung war uns also holt. Das Spiel hätte ja auch Montag oder Mittwoch stattfinden können.

Nach gutem Start ein unerklärlicher Einbruch am Ende des zweiten Satzes mit vier (!) nicht verwandelten Matchbällen und 0:6 im dritten Satz sehen wir eine Niederlage.

Somit bleibt als eigentlicher Höhepunkt der lautstarke und für uns überraschende Überflug der „Freece Tricolori“, der Kunstflugstaffel der italienischen Luftwaffe.

Mittwochvormittag mit Martha von Romaculta ein Rundgang durch das nichttouristische Stadtviertel Testaccio. In den 80er und 90er Jahren geprägt durch Bandenkriminalität und Mafia erlebt das Viertel in den letzten Jahren eine Gentrifizierung. So ist aus dem Schlachthof Roms ein Quartier für moderne Kunst und Fotographie geworden.

Wir beginnen den Rundgang allerdings wieder bei „ganz alten Steinen“: …

… einem Stadttor aus dem 5.Jahrhundert. Und noch älter: die Pyramide des Cestio, eines römischen Statthalters in Ägypten, der 12 v.Chr. die Nachbildung eines Pharaonengrabes als Grabmal für sich auserkor.
Oberhalb des Stadtteils erhebt sich einer der sieben Hügel Roms, der Aventin. Hier auch einer der Instagram-Höhepunkte Roms mit entsprechender Schlange.

Beim Blick durch das Schlüsselloch erblickt man den Petersdom. Wir ziehen das Panorama von der naheliegenden Terrasse vor.

Die Terrasse befindet sich direkt neben Santa Sabina. Mit dieser Kirche gründete Domenicus im 5. Jahrhundert den Dominikaner-Orden.

Am Nachmittag Ruhepause im Hotel. Damit entgehen wir auch einem heftigen, zweistündigem Regen.

Als der Regen endet, essen wir in einer naheliegenden Weinbar zu Abend.

Gesine gegrillte Artischocke, ich Pizza. Und zusammen eine Flasche Rotwein aus Sizilien …

… zur Einstimmung auf den Abend.
Wir haben Karten für eine szenische, konzertante Aufführung von „La Traviata“ in der Kirche „St.Pauls within the Walls“. Das Opernhaus hat leider in unserer Besuchswoche kein Angebot – somit müssen wir mit den Ensemble-Mitgliedern ohne Kulisse (natürlich bietet die Kirche eine Kulisse an sich) vorliebnehmen. Aber auch stimmungsvoll und stimmgewaltig.

Bevor es am Freitag zurück geht, besuchen wir gemeinsam mit Alessandro von Romaculta am Donnerstag endlich den Vatikan (Vatikanische Museen, Sixtinische Kapelle und Petersdom), der ja schon die ganzen Tage vor unserer Nase liegt.
Wir beginnen den Besuch mit einem Cappuccino in einer Bar. Hier erläutert uns Alessandro ausführlich, was wir in der Sistina sehen werden. Denn dort herrscht seit einer Anordnung von Papst Benedikt XVI. absolutes Schweigegebot – außerdem Fotografierverbot. Auf Grund unseres Status als individuelle Führung können wir die langen Schlangen vor dem Museumseingang umgehen (skip the line).

Bevor wir die Kapelle erreichen, werfen wir einen Blick in die Vatikanischen Gärten …

… passieren einige der weltweit berühmtesten Kunstwerke, wie die antike Laokoon-Gruppe.

Der Sehgenuss wird heftig beeinträchtigt durch die Tatsache, dass im Schnitt 40.000 Besucher täglich „durchgeschleust“ werden (wenn nur die vielen Touristen nicht wären). So ist der Besuch der Sistina eigentlich kein Genuss – auch vom Schweigegebot keine Spur.

Oops, muss ich wohl aus Versehen auf den Auslöser gekommen sein.
Vorbei an der nur alle 5 Jahre (zuletzt 2025) offenen „Heiligen Pforte …

… geht es in den Petersdom. Gleich in der ersten Seitenkapelle Michelangelos „Pieta“

Der Innenraum macht schon gewaltigen Eindruck. Sicherlich völlig zufällig.

Nach über 4 Stunden endet die Tour wieder auf dem Petersplatz. Alessandro und Romaculta waren jeden Euro wert.
Kurzer Zwischenstopp im Hotel, dann zum kulinarischen Höhepunkt der Reise. Für 19.00 Uhr habe ich schon vor Wochen einen Tisch in der Enoteca La Torre reserviert.
Auch hier wieder eine Vielfalt von sehr schmackhaften Grüßen aus der Küche.

Auch das 6-Gänge-Überraschungsmenü lässt keine Wünsche offen (leider keine gedruckte Karte, da ja Überraschung), beginnend mit Fisch gefolgt von Risotto und Pasta, als Hauptgang Lamm. Die Schokolade als Dessert witzig präsentiert.

Ebenso die Petit Fours zum Abschluss.

Freitag, 15.5., um 16.00 Uhr Rückflug mit Eurowings direkt nach Hannover.

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