2020 mussten wir unseren geplanten Besuch in Nordspanien stornieren. Jetzt holen wir ihn nach, da Gesine in ihrer Funktion die Häfen von Gjion, Santander und Bilbao besucht.
Freitag, 22.5.
Für mich geht es in Hannover los, Gesine startet in Limassol (Zypern), vom EMD ( European Maritime Day) kommend. Wir treffen uns in der Lounge des Münchener Flughafens. Mit der Lufthansa …

… vorbei am Starnberger See …

… und dem Mont Blanc …

… fliegen wir nach Bilbao (Temperatur 33°); …

… übernehmen den Mietwagen und fahren zum Hotel Sky Blue Loui, in der Nähe des Flughafens – …

… direkt in der Einflugschneise (was kein Kommentar bei HRS erwähnt hatte).

Aber von 23.00 – 6.00 Uhr soll Ruhe sein.
Essen diesmal einfach – Oliven, Bier, Weißwein und Pizza.

Samstag, 23.5.
Unser erster Stopp auf dem Weg nach Gijon ist auf der halben Wegstrecke der kleine Fischer- und Touristenort Llanes.

Teile der alten Wehrmauer aus dem 11. Jhr. sind noch erhalten.

Der kleine Hafen ist durch einen Kanal mit dem offenen Meer verbunden und damit vor der oft rauen Biskaja geschützt.

Moderne Kunst verziert die Kanaleinfahrt.

Der eigentliche Grund, warum ich diesen Ort ausgewählt habe, ist die Empfehlung im Guide Michelin, dass es im …

… Entenmuscheln gibt, angeblich die Weltbesten. Diese Spezialität ist, laut Printmedien, die tödlichste Delikatesse der Welt. Nicht weil die Muscheln giftig sind, sondern weil beim Sammeln die Taucher (ohne Sauerstoffflaschen und hinab bis 20 Meter Tiefe) in den Steinklippen der Küste häufig ums Leben kommen. Drei konnte ich beim Ausfahren beobachten.

Nach einem Artikel in der „Zeit“ muss ich meine obige Aussage korrigieren. Die tödlichen Unfälle passieren nicht beim Tauchen. Die Muscheln werden von den Felsen in der Brandungszone abgesammelt. Wird die Brandung falsch berechnet, wird der Sammler gegen die Felsen geschleudert. Häufig. ob der Wucht, mit tödlichem Ausgang.
Oberhalb der Fischauktionshalle genießen wir die Aussicht …

… und probieren eine Portion Entenmuscheln.

Sehen komisch aus, sind schwierig zu essen (mussten uns erst zeigen lassen, wie man an das Muschelfleisch kommt) und schmecken so „geht so“. Wieder eine Spezialität weniger auf der Liste.
Weiter geht es zu unserem Quartier „Parador de Cangas de Onis“ im Osten Asturiens, am Rande des Nationalparks „Picos de Europa“. Die Paradores sind eine vom spanischen Staat seit 1928 betriebene Hotelkette, die häufig ehemalige, geschichtsträchtige Burgen, Klöster und Paläste nutzt. Also das, was uns meistens gefällt.
So auch diese Unterkunft in einem alten Benediktinerkloster.

Zum Abschluss des Tages noch eine Käseplatte mit lokalen Produkten …

… und einem leichtem, gekühlten Rotwein aus der Gegend in der Bar am Kreuzgang …

… während es draußen gewittert.
Sonntag, 24.5. (Pfingsten)
Nach Rom mit dem Papst in der vorletzten Woche nun ein weiterer Höhepunkt des Katholizismus, die Wallfahrtsstätte Covadonga. Hier nahm die Reconquista ihren Ausgang. Der westgotische Fürst Pelayo …

… schlug 722 einen kleinen maurischen Trupp in die Flucht und setzte damit deren Jahrhunderte dauernde Vertreibung aus Europa in Gang. Hilfe erhielt er hierbei von der „Jungfrau der Schlachten“, die die Pfeile der Mauren auf diese zurück lenkte. Zu ihren Ehren eine Wallfahrtskapelle …

… um die sich später u.a. eine Basilika ansiedelte.

Wir verlassen den Trubel und fahren in den Nationalpark.

Es folgt eine Autotour auf einer der für mich schönsten Bergstraßen, die ich bisher befahren durfte. Enge Schluchten wechseln mit Ausblicken ab – hinter jeder Kurve neu. Und das schönste – wenig Verkehr.



Natürlich treffen wir auch „Einheimische“, die ebenfalls die Straße nutzen.

Zum Essen am späten Nachmittag bleiben wir ländlich. Ich habe in der abgelegenen „El Molin de Mingo“ reserviert. Das Menü Largo …

… bietet sowohl kreative Küche, wie das Ceviche mit Pulpo und Seeteufel, …

… als auch bodenständige asturische Küche, wie den geschmorten Hähnchenoberschenkel auf Reis.

Begleitet von einem Rose, mit interessantem Etikett.

Zurück im Kloster im Innenhof als „Verteilerli“ einen Carlos I.

Montag, 25.5.
Nach einem ausgiebigen Frühstück vom ansprechend hergerichteten Buffet …


… brechen wir auf nach Gijon. Machen aber vorher noch einen Abstecher in den Nationalpark. Ziel sind der Lago Enol und der Lago de la Ercina, zwei Gebirgsseen im asturischen Teil der Picos – die touristischen Hauptattraktionen. An Sonn- und Feiertagen sind diese nur mit Taxi oder Tourbussen zu erreichen. Individualverkehr ist an Wochentagen möglich – aber auch nur unter erschwerten Bedingungen. Man glaubt ja nicht, wie viele Autoreisende keine Gebirgsstraßen fahren können. Mit viel zu viel Schwung auf die Kurve zu, stark abbremsen und nach der Kurve gaaanz langsam beschleunigen. Grausam!

Am Ziel werden wir aber vom Ausblick entschädigt.


In Gijon ist der Parador El Molino Viejo das Ziel.

Am frühen Nachmittag kommen wir dort an und haben somit ausreichend Zeit bis Gesine sich mit ihren Kollegen zum Abendessen mit dem asturischen Verkehrsminister trifft.
Das Hotel liegt direkt neben dem Fußballstadion von Gijon.

„Die Schande von Gijon“ ist vielleicht nur den älteren Lesern dieses Blogs ein Begriff. In diesem Stadion spielten bei der WM 1982 in ihrem letzten Gruppenspiel Deutschland und Österreich gegeneinander. Die frühe Führung der DFB-Elf durch Horst Hrubesch in der 11. Minute reichte beiden Mannschaften zum Weiterkommen und es wurden sämtliche Angriffsbemühungen eingestellt. Leidtragender war die algerische Mannschaft, deren Ergebnis bereits vom Vortag bekannt war und die damit aus dem Turnier ausschied. Seitdem finden die letzten Gruppenspiele immer parallel statt.
Da Gesine ja noch Essen bekommt, esse ich in ihrer Begleitung im Unterrang des Stadions sehr gutes Entrecote mit Pommes und Salat.

Dienstag, 26.5.
Nachtrag zu gestern: zwischen Hotel und Stadion erinnert ein Gedenkstein an die WM …

… mit den Unterschriften aller an der Vorrunde in Gijon teilgenommenen Spielern.

Während Gesine zu ihren Terminen im Hafen von Gijon und später am Tag in Santander aufbricht, erkunde ich die Stadt. Der Stadtstrand „Playa de Lorenzo“ ist am frühen Vormittag noch fast menschenleer.

Immer am Strand entlang Richtung Altstadt und Skulptur „Elogio del Horizonte“ …

… auf einem Hügel oberhalb der Altstadt, …

… die tagsüber fast menschenleer ist, aber am Abend zum lauten Vergnügungsviertel wird. Am Rand „Flaschenrecycling“ einmal anders.

Moderne Kunst, gesponsert von der Stadtreinigung Gijon.
Zurück auf der Strandpromenade – der Strand jetzt schon voller – …

… zum Parador bei schweißtreibenden …

Und statt Hitzefrei gibt es Surfunterricht.

Mittwoch, 27.5.
Transfertag zurück nach Bilbao. Autorückgabe am Flughafen und von dort mit dem Taxi zum Carlton-Hotel in der Innenstadt von Bilbao.

In den 20er jahren des letzten Jahrhunderts im Stil der Belle Epoque erbaut.

Fast zeitgleich mit mir trifft auch Gesine ein.
Zum Abendessen habe ich im Etxanobe La Despensa in der Nähe des Hotels reserviert. Interessant das Scampi-Carpaccio (hätte etwas mehr Meersalz vertragen können) …

… und sehr lecker der gegrillte Wolfsbarsch.

Donnerstag, 28.5.
Um 11.00 Uhr haben wir Eintrittskarten für das Guggenheim Museum. Wirklich beeindruckend und auf jeden Fall einen Besuch in Bilbao wert, die äußere und innere Architektur (Frank O. Gehry).





Natürlich auch weltbekannte Kunstwerke, wie Jeff Koons „Bobtail“ …

… oder Roy Lichtensteins „Cried Woman“.

Kolossal „The Matter of Time“ des Amerikaners Richard Serra. Gewicht 1208 Tonnen.


Am Nachmittag sind wir ab 16.00 Uhr bei fordernden 40° für zwei Stunden mit Roccia unterwegs, um uns von ihr die Altstadt zeigen und erklären zu lassen.

Abendessen im „Ola Martin Berasategui“. Fängt schon beeindruckend an mit den Vorspeisen, …

… als eines der Hauptgerichte „Iberian Pork with crunch black pudding cream, wild asparagus, dates and parmesan whey“ und …

… zum Abschluss Petit Fours – fest und flüssig.

Freitag, 29.5.
Am Vormittag erholen wir uns von der Hitze des Vortags im Hotel und machen uns am späten Mittag auf Richtung Flughafen.
Mal schauen, ob wir den Umstieg in München schaffen. Lufthansa hat hierfür nur 50 Minuten vorgesehen.
Fängt gut an, denn wir fliegen 10 Minuten vor der Zeit los und verlassen 20 Minuten eher als geplant das Flugzeug in München, allerdings an Terminal K. Unser Abflug nach Hannover findet von Terminal G statt. Also im Eilschritt durchs Terminal zur führerlosen Monorail, die uns in 3 Minuten zu G bringt. Auch hier wieder Eilschritt. Umsonst gehetzt: Unser Flieger wird 45 Minuten Verspätung haben – er musste auf seinem Anflug einem Gewitter weiträumig ausweichen. Um 22.40 Uhr heben wir ab. Unsere Flugroute muss ebenfalls wegen eines Gewitters verändert werden – trotzdem schaukelt es einige Male heftig. 23.45 verlassen wir das Flugzeug und – o Wunder – unsere Koffer sind mit die ersten auf dem Band. Die Wennigser Mark erreichen wir um 0.35 Uhr. Eine spannende Kurzreise mit vielen neuen Eindrücken ist zu Ende!
Also…eine schöne Kurzreise. Ich werde den Park und überhaupt Nordspanien auf meine Liste setzen. Die Bilder wieder beeindruckend.
Liebe Grüsse,
Nach diesen Bildern versuche ich Ingo zu überreden doch mal eine Dienstreise nach Gijon zu planen…da gibt es nämlich auch ein Büro 🙂
LG C